
Ach, die guten alten Zeiten! Jeder, der in der Kommunikationsbranche arbeitet, kennt sie – aus eigener Erfahrung oder zumindest aus den Geschichten erfahrener Kolleg*innen: „Damals, als wir Pressemitteilungen noch per Fax verschickt und Clippings mit der Schere aus der Zeitung geschnitten haben ...". Na ja, DAS haben wirklich nur Babyboomer und Gen X erlebt.
Selbst Millennials hatten (hoffentlich) nichts mit Faxgeräten zu tun. Sie erinnern sich aber vermutlich, mit leicht verklärtem Blick, wie sie spätabends auf ihrem Blackberry oder Nokia Communicator E-Mails verschicken konnten – viel mehr ging allerdings nicht. Und „Online-Redakteure"? Die wurden in den 2000ern noch als Journalist*innen zweiter Klasse belächelt ...
Worauf ich hinaus will: Mit etwas Abstand ist in unserer schnelllebigen Branche vieles erstaunlich schnell veraltet. Die aktuelle Technologie genauso wie unser Umgang mit Informationen - und miteinander. Und so werden wir in wenigen Jahren mit ähnlich amüsiertem Bedauern auf die Zeit zurückblicken, in der wir Pressemitteilungen, Artikel und Social-Media-Posts noch selbst geschrieben haben – und diese von Menschen gegengelesen wurden. Das ist keine gewagte These, sondern aus heutiger Sicht einfach der erwartbare Lauf der Dinge.
Eines war aber nie verkehrt: sich konsequent mit Veränderungen und aufkommenden Trends auseinanderzusetzen. Wer neue Technologien, Prozesse und Arbeitsweisen früh versteht und sinnvoll einsetzt, bleibt nicht nur auf dem neuesten Stand, sondern verschafft sich einen klaren Wettbewerbsvorteil in der schnelllebigen Kommunikationsbranche.
In unserer neuen Analyse "The Future of Communications" beleuchten wir solche Trends und technologischen Veränderungen in sieben Bereichen unserer Branche: Brand Storytelling, Thought Leadership, Earned Media, Social Platforms, Digital Marketing & Influencer Relations, die Ansprache von Gen Z und Gen Alpha sowie natürlich den Einfluss von künstlicher Intelligenz.
Wie sieht die Zukunft der Kommunikation also aus? Für ein umfassendes Bild empfehle ich, sich unseren Report ausführlich vorstellen zu lassen. Aber als Vorgeschmack hier drei Thesen aus unserer Analyse:
Acht von zehn Journalist*innen weltweit denken, dass der Einsatz von KI in ihren Redaktionen steigen wird. Viele nutzen bereits fortschrittliche KI-Tools für operative Aufgaben wie automatisiertes Fact-Checking, Echtzeitübersetzung, Datenvisualisierung und personalisierte Nachrichteninhalte.
Einige Medienhäuser gehen bereits weiter: Sie nutzen KI-generierte Autor*innen, setzen auf virtuelle Moderation und klonen Radio-DJs, um die Nachfrage nach Rund-um-die-Uhr-Nachrichten und ständig neuem Content zu bedienen.
So führte der "Kölner Express" 2023 "Klara Indernach" (KI!) ein – eine virtuelle Redakteurin, die als Autorin genannt wird, wenn Artikel weitgehend mit Hilfe von KI entstehen.
Die Kehrseite: Vertrauensverlust und Angst vor falschen Informationen. 70 % der Medienmacher weltweit befürchten, dass KI das Vertrauen in Nachrichten schwächen wird. Die Herausforderung, das Vertrauen der Öffentlichkeit in Medien zu erhalten, wird also noch größer. Medienhäuser müssen Strategien entwickeln, um die Rolle von KI in ihrer Arbeit transparent offenzulegen und hochwertigen, unabhängigen Journalismus zu stärken.
CSR- und Purpose-Marketing dominierten auch 2024 die Award-Shows: 66 % der Grand-Prix- oder Titanium-Gewinner in Cannes waren Purpose-Kampagnen – ein Anstieg von 4 % gegenüber 2023. Die meisten davon setzen auf bewegende Emotionen – Freude über Erreichtes, Scham und Wut über fehlenden Fortschritt. Die spannendsten CSR-Kampagnen der letzten Jahre stechen jedoch durch den geschickten Einsatz von Humor, einen gewissen Überraschungseffekt oder andere unerwartete Stilmittel hervor. Zwei Beispiele: Carlsbergs Kampagne "Don't Drink and Boat" in Schweden machte augenzwinkernd auf die Gefahren von Alkohol im Wassersport aufmerksam. Und „Oh My Green!" der Hongkonger U-Bahn MTR erzählt mit Humor von nachhaltigen Modernisierungen.
Humorvolle Marketingkampagnen nehmen generell zu – und auch bei Purpose-Kampagnen kommt dieser Ansatz gut an. Wir erwarten deshalb, dass kreative Köpfe verstärkt darauf setzen werden, um sich abzuheben – gerade bei CSR-Botschaften.
Im Herbst 2024 wurden in den USA erstmals mehr als 200 Social-Media-Creator neben traditionellen Medien für den Parteitag der Demokraten akkreditiert. Menschen aus allen Bevölkerungsgruppen, vor allem jüngere Generationen, nutzen heute vor allem soziale Netzwerke, um sich zu informieren. So nutzt beispielsweise ein Drittel der unter 30-Jährigen weltweit regelmäßig TikTok als Hauptnachrichtenquelle.
Auch wenn ihnen die journalistische Ausbildung fehlen mag – journalistische Creator wie Dylan Page werden durch ihre große Reichweite und ihr fesselndes Storytelling zunehmend die öffentliche Meinung prägen.
Und Social-Media-Kanäle wie Must Share News aus Singapur werden für Marken zu immer wichtigeren Partnern – sowohl bei Earned als auch bei Paid Media.
Im DACH-Raum ist dieser Trend noch eher am Anfang. Social-Media-Journalismus jenseits klassischer Influencer-Nischen ist hier weniger verbreitet – und wo es ihn gibt, erinnert er oft an traditionelle Formate. Ein prominentes Beispiel: Videopodcaster Tilo Jung mit „Jung & Naiv".
Du willst mehr erfahren? Wir stellen dir unsere Ergebnisse gerne vor. Kontaktiere uns unter helloGermany@wecommunications.com.

Für ärztliches Fachpersonal spielt Transparenz in der klinischen Forschung eine zentrale Rolle (39 %). Vor allem die jüngeren unter ihnen bewerten eine offene Kommunikation über klinische Forschungsaktivitäten als besonders wichtig.

Building relationships with employees, clients and prospects

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