
Seit 2020 hat die Welt zwei einschneidende Jahre erlebt. Für Unternehmen weltweit waren sie ein Belastungstest, den nur die anpassungsfähigsten unter ihnen bestanden haben.
Die PR-Branche hat sich - wie der sprichwörtliche Bambus, der sich im Wind biegt, aber nie bricht - mit Ausdauer und Einfallsreichtum an diese Umstände angepasst.
Auch 2023 werden wir in der PR-Landschaft weitere Umbrüche sehen, angetrieben durch globale gesellschaftliche, wirtschaftliche und ökologische Veränderungen. Hier meine Einschätzungen zu den wichtigsten PR-Trends des Jahres 2023.
Wachstumsorientierte Unternehmen setzen zunehmend auf datenbasierte Ansätze, um bessere Geschäftsergebnisse zu erzielen.
Big Data und Datenanalyse rücken dieses Jahr in den Mittelpunkt. Das bedeutet: präzise Einblicke in das Verhalten von Verbrauchern und damit treffendere Botschaften und hochpersonalisierter Kundenservice. Datengestützte Insights helfen auch PR-Beratern, ihre Zielgruppen besser zu erreichen. Wenn ein Themenvorschlag für ein Medium datenbasiert und gut recherchiert ist, wird er eher aufgegriffen und die daraus entstehende Berichterstattung kommt beim Publikum besser an.
Von der Medienanalyse über die Identifikation der richtigen Zielgruppen bis hin zum Monitoring verschiedener Kanäle und der Nutzung passender Kennzahlen für Reichweite und Wirkung einer Kampagne: Daten werden eine zentrale Rolle spielen, um fundierte Entscheidungen zu treffen und die Kommunikation reichweitenstärker und wirksamer zu machen.
2023 könnte das Jahr werden, in dem PR-Profis das spannende, aber noch weitgehend unerforschte Terrain neuer Technologien erobern.
Fortschrittliche Technologien wie künstliche Intelligenz, Augmented Reality, Virtual Reality und maschinelles Lernen warten darauf, eingesetzt und optimiert zu werden.
KI wird als Werkzeug genutzt werden, um das Verhalten und die Gewohnheiten von Kunden besser zu verstehen. PR-Beratungen werden KI zudem einsetzen, um Terminplanung, Datenauswertung und Personalisierung zu automatisieren.
Augmented und Virtual Reality eröffnen PR-Profis eine neue Möglichkeit: Markengeschichten schaffen, die Zielgruppen nicht nur hören, sondern unmittelbar erleben. Diese Technologien ermöglichen es, Grenzen zu verschieben und erlebbare Kampagnen zu entwickeln, die noch vor wenigen Jahren als unrealistisch abgetan worden wären. Es wird ein Wandel vom Geschichtenerzählen zum Geschichtenerleben stattfinden. Und stell dir vor, was das für die Medienarbeit bedeuten könnte: Virtual-Reality-Touren durch neue Stores, Produkttests, Promi-Interviews. Die Möglichkeiten sind endlos.
Social Media ist und bleibt eines der wirkungsvollsten Werkzeuge im PR-Repertoire, insbesondere da die meisten Kampagnen heute integriert angelegt sind.
LinkedIn spielt auch 2023 eine zentrale Rolle, um Thought-Leadership-Inhalte zu präsentieren und professionelle Beziehungen aufzubauen.
Während Twitter unter Elon Musks "Free Speech"-Politik in schwierigem Fahrwasser steckt, könnten andere Microblogging-Plattformen die Lücke füllen. Instagram, Snapchat, BeReal und TikTok geben weiterhin den Ton an, wenn es um unkonventionelle Marketinginhalte geht.
Die heutige Generation von Verbrauchern erwartet von Marken mehr Transparenz in sozialen Medien und wünscht sich, dass Führungskräfte persönlich auf Social-Media-Kanälen präsent sind. 2023 werden PR-Profis CEOs verstärkt dabei unterstützen, Social Media aktiver zu nutzen: um Markengeschichten zu erzählen, Transparenz zu leben und näher an ihre Zielgruppen zu rücken.
Gleichzeitig wird Krisenmanagement in sozialen Medien zu einem wichtigen Schwerpunkt. Angesichts der ungefilterten Natur von Social Media brauchen Marken die Unterstützung ihrer PR-Teams, um Fehlinformationen oder Missverständnisse zu managen, die ihrer Reputation schaden könnten.
In den vergangenen zwei Jahren hat die Pandemie die Bedeutung von Gesundheit und Gesundheitskommunikation ins Rampenlicht gerückt.
Gesundheitskommunikation wird 2023 zu den wichtigsten PR-Prioritäten gehören. Gesundheitsmarken brauchen Strategien, die über Plattformen und Märkte hinweg funktionieren und Vertrauen sowie Reputation aufbauen.
Auch im öffentlichen Gesundheitswesen wächst der Bedarf an strategischer Kommunikation.
Wer Menschen zu besseren Gesundheitsentscheidungen bewegen will, braucht durchdachte, relevante und nachhaltige Kommunikation. Öffentliche Gesundheitseinrichtungen werden dafür verstärkt auf PR-Expertise setzen: die richtige Botschaft, zur richtigen Zeit, für die richtige Zielgruppe. Besonders gefragt: digitale Tools wie Social Media, Apps und Chatbots, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Sie erreichen Zielgruppen nicht nur, sondern liefern gleichzeitig den Rohstoff des digitalen Zeitalters: Daten.
Haltung vor Profit – dieser Trend bleibt. Zu Recht, in einer Welt, die so turbulent ist wie heute.
PR-Agenturen werden die Unterstützung im ESG-Bereich (Environmental, Social and Governance) für Kunden weiter ausbauen.
Der ICCO World PR Report 2022 zeigt: Nachhaltigkeit und Umwelt stehen für PR-Führungskräfte in APAC ganz oben auf der Liste gesellschaftlicher Themen, gefolgt von Diversität und sozialer Teilhabe sowie wirtschaftlicher Ungleichheit und Armut. Eine Studie von We. Communications vom April 2022 bestätigt das. Gefragt nach den drei wichtigsten Maßnahmen gegen den Klimawandel, sagten 69 % der Führungskräfte weltweit: Marken sollten in Projekte investieren, die Arbeitsplätze und Lebensgrundlagen der am stärksten betroffenen Gemeinschaften schützen.
Umweltschutz und soziale Verantwortung werden also zunehmend zusammengedacht.
Verbraucher sind sich heute sehr bewusst, dass Vielfalt und Teilhabe nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis gelebt werden müssen – und das ist ihre Erwartungshalten an Unternehmen. PR-Profis werden zunehmend gefragt sein, Marken dabei zu helfen, Menschen mit unterschiedlicher Herkunft, Kultur und sozialem Hintergrund aktiv einzubinden.
Die Pandemie 2020 und die Eskalation des Kriegs in der Ukraine haben gezeigt, welchen Dominoeffekt eine einzige Krise auf die gesamte Weltordnung haben kann.
COVID-19 hat Menschen, Gesundheitssysteme und Unternehmen an ihre Grenzen gebracht. Der anhaltende Krieg hat in vielen Teilen der Welt die Inflation angeheizt und eine globale Energiekrise ausgelöst.
In solchen Zeiten brauchen Unternehmen oft schnelle Lösungen für Situationen, die aus diesen Herausforderungen heraus entstehen. Dafür müssen sie geopolitische Verschiebungen verstehen und sinnvoll darauf reagieren. PR-Berater und -Beraterinnen werden eine Schlüsselrolle dabei spielen, ihren Kunden genau das zu ermöglichen.
PR wird 2023 also davon geprägt sein, lokale und globale gesellschaftliche, wirtschaftliche und geopolitische Entwicklungen zu verstehen. Darauf aufbauend werden PR-Verantwortliche Public Affairs, digitales Marketing und Markenberatung zusammendenken – für Kampagnen, die über alle Kanäle hinweg wirken.
Nicht ohne Grund wird Bill Gates das berühmte Zitat zugeschrieben: „Wenn ich nur noch einen Dollar hätte, würde ich ihn für Public Relations ausgeben."
Denn PR-Profis tragen es in ihrer DNA, Lösungen zu finden. Je größer die Herausforderung, desto kreativer die Lösung.
Ob Datenanalyse meistern oder technologisches Neuland erobern, ob Social-Media-Tools perfektionieren oder Gesundheitsherausforderungen angehen, Marken auf ESG-Kurs halten oder integrierte Lösungen umsetzen: Die PR-Branche ist gewappnet. Also: Willkommen, 2023! Wir sind bereit.

Für ärztliches Fachpersonal spielt Transparenz in der klinischen Forschung eine zentrale Rolle (39 %). Vor allem die jüngeren unter ihnen bewerten eine offene Kommunikation über klinische Forschungsaktivitäten als besonders wichtig.

Wie Transparenz und Kommunikation in F&E Vertrauen in Unternehmen aufbauen und deren Führungsrolle untermauern.
Ein Fachbeitrag von Jette Kilian, Head of Health bei We. Communications Germany.

Ach, die guten alten Zeiten! Jeder, der in der Kommunikationsbranche arbeitet, kennt sie – sei es aus eigener Erfahrung oder zumindest aus den Geschichten erfahrener Kollegen und Kolleginnen...

Für ärztliches Fachpersonal spielt Transparenz in der klinischen Forschung eine zentrale Rolle (39 %). Vor allem die jüngeren unter ihnen bewerten eine offene Kommunikation über klinische Forschungsaktivitäten als besonders wichtig.

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Ein Fachbeitrag von Jette Kilian, Head of Health bei We. Communications Germany.

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