DEI Leadership: Vier Lektionen aus meiner Karriere

Elizabeth Herrera Smith hält ein Schild | We. Communications

Von der Juniorberaterin zur Leiterin des DEI-Bereichs bei We. Communications: So prägen die Erfahrungen, die ich gemacht habe, meine Art zu führen.

In meinen ersten sechs Monaten bei We. war ich mir sicher, dass ich gefeuert werde. Als Berufseinsteigerin war ich in einem erfahrenen Tech-Team für Großkunden gelandet – überall Abkürzungen, hochkomplexe Inhalte, und ich verstand kein Wort.

23 Jahre später bin ich immer noch hier. Aus diesen frühen, aufregenden Tagen als Juniorberaterin hat sich eine Karriere entwickelt, die mich schließlich zu meiner heutigen Rolle geführt hat: der Leitung des Teams für Vielfalt, Chancengleichheit und Teilhabe (DEI) bei We. Communications, die ich 2020 übernommen habe.

Was hat mich so lange bei We. gehalten? Es waren immer die Menschen. Mich für Vielfalt und Teilhabe in der Agentur und der gesamten Branche einzusetzen, gibt mir ein starkes Gefühl von Sinnhaftigkeit. Im Laufe meiner Karriere habe ich wichtige Lektionen gelernt: Erst zuhören, dann handeln. Fortschritt vor Perfektion stellen. Mit einem wachstumsorientierten Mindset führen. Und für Vielfalt eintreten. Diese Lektionen prägen meine Art zu führen und sind für jede DEI-Arbeit unverzichtbar.

Haltung leben

Zu Beginn der Pandemie wurde ich in ein Kundenprojekt bei We. geholt: einen CEO bei der internen Kommunikation und dem Mitarbeiterengagement rund um DEI beraten. Kurz darauf wurde George Floyd ermordet – und die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Rassismus gab dem Thema DEI noch mehr Dringlichkeit. Ich begleitete das Unternehmen durch diese Zeit und entdeckte dabei meine Leidenschaft: Ich wollte Organisationen helfen, vielfältiger und inklusiver zu werden – mit all der Komplexität, die das mit sich bringt. Diese Leidenschaft und dieses Gefühl von Sinn führten dazu, dass ich noch im selben Jahr die Leitung des DEI-Bereichs bei We. übernahm.


Vier Tipps für gelebtes DEI Leadership

Es war kein einfacher oder geradliniger Weg. Die Jahre, in denen ich meine Fähigkeiten und mein Selbstvertrauen aufgebaut habe, waren von vielen Momenten des Zweifels begleitet. Doch genau das hat mir gezeigt, wie wichtig die richtigen Führungskräfte sind – Menschen, die Talente in dir erkennen, die du selbst noch nicht siehst.

Rückblickend gibt es vier Lektionen, die mein Verständnis von Leadership und meine heutige DEI-Rolle besonders geprägt haben:

1. Erst zuhören, dann handeln.

Zu Beginn meiner Karriere wollte ich mich unbedingt beweisen und habe vorschnelle Schlüsse gezogen, bevor ich mir die Zeit genommen habe, das eigentliche Problem wirklich zu durchdringen. Mit der Zeit habe ich gelernt, wie wertvoll es ist, Fragen zu stellen und aktiv zuzuhören, um andere Perspektiven zu verstehen.

Ich investiere viel Zeit in Gespräche mit Mitarbeitenden und Führungskräften bei We. – um unsere Stärken, Schwächen, Lücken und Chancen besser zu verstehen. Die Ergebnisse unserer Mitarbeitendenbefragung zeigen mir, wo wir den größten Hebel haben. Daten helfen mir, den Fokus richtig zu setzen.

Was das für meine DEI-Rolle bedeutet: Wenn es um Diversität und Inklusion geht, liegt die Stärke in der Vielfalt. Unsere Unterschiede machen uns stärker – nicht obwohl, sondern weil wir verschieden sind. Andere Perspektiven einzubeziehen, Daten zu nutzen und offen für Feedback und Veränderung zu sein, sind entscheidende Schritte auf dem Weg zu gelebter Inklusion.

2. Fortschritt ist wichtiger als Perfektion.

Leichter gesagt als getan – vor allem für eine selbsternannte Perfektionistin wie mich! Schon als Kind hat mich mein Hang zur Perfektion dazu gebracht, auf Nummer sicher zu gehen, statt große Sprünge zu wagen. Was man im Agenturgeschäft schnell lernt: Man hat nicht immer alle Informationen, die man braucht. Manchmal muss man einfach die beste Entscheidung treffen - auf Grundlage dessen, was man hat.

Was ich daraus für meine DEI-Rolle mitnehme: Für DEI-Arbeit gibt dir niemand ein Playbook, das Erfolg garantiert. Testen, lernen, anpassen – das ist ein wesentlicher Teil meiner täglichen Arbeit. Denn man lernt nur durchs Machen. Wenn etwas nicht funktioniert, ändert man den Ansatz.

Ein Satz, der mir im Gedächtnis geblieben ist: "Aus Dingen in Bewegung kann etwas entstehen. Wenn nichts in Bewegung ist, entsteht auch nichts." Der erste Schritt macht oft am meisten Angst – aber ohne ihn geht es nicht.

3. "Ich weiß es nicht" ist völlig in Ordnung – wenn darauf ein "Aber ich finde es heraus" folgt.

Als Kundenberaterin kann es unangenehm sein, zuzugeben, dass man etwas nicht weiß. Dieser Druck wächst, je mehr Führungsverantwortung man übernimmt.

Führung wird heute anders verstanden – und das ist gut so. Man muss nicht auf alles eine Antwort haben. Neugier ist keine Schwäche, sondern eine Stärke. Das ist gerade in der DEI-Arbeit wichtig, denn einfache Lösungen gibt es hier nicht. Die Strukturen, die Fortschritt bremsen, sind komplex. Wäre es anders, bräuchten wir diese Arbeit nicht.

Was das für meine DEI-Rolle heißt: Der Anfang liegt bei uns selbst – bei emotionaler und kultureller Selbstreflexion. Unbewusste Vorurteile haben wir alle. Aber sie sind nicht in Stein gemeißelt. Wir können unser Bewusstsein schärfen, indem wir uns mit unterschiedlichen Menschen und Perspektiven umgeben. Und auf unternehmerischer Ebene müssen wir ehrlich sein, wenn wir daneben lagen – und gemeinsam mit den Menschen, die es betrifft, einen besseren Weg einschlagen.

4. Unterschiede aushalten führt zu besseren Ergebnissen.

Ein großer Teil meiner späteren Karriere bestand darin, New-Business-Pitches zu leiten. Was mich daran begeistert hat: Ich konnte Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen der Agentur zusammenbringen. Die verschiedenen Perspektiven zusammenzuführen war nicht immer einfach. Aber wenn ein Konzept Form annahm, zeigte sich, wie zum Beispiel der analytische Blick einer Person die große Idee einer anderen erst möglich machte.

Was bedeutet das für meine DEI-Rolle? Unser Geschäft ist es, durch Kommunikation die unterschiedlichsten Menschen zum Handeln zu bewegen. Dafür ist es entscheidend, dass in unseren Teams vielfältige Stimmen, Perspektiven und Lebenserfahrungen vertreten sind – und sich in unserer Arbeit widerspiegeln. Nur so entsteht ein Ergebnis, das die Menschen erreicht, die wir ansprechen wollen.

Impulse für Führungskräfte

Am Anfang bei We. wollte ich den ganzen Fachjargon kennen und immer eine Antwort parat haben. Inzwischen habe ich verstanden: Die wichtigsten Lektionen meiner Karriere – zuhören, bevor man handelt, und Fortschritt über Perfektion stellen – sind Grundlagen, die in jedem Berufsfeld gelten. Anderen Raum zu geben, zu sprechen und ihre Erfahrungen zu teilen, hat mich als Führungskraft weitergebracht. Gemeinsam mit den großartigen Menschen bei We., mit denen ich zusammenarbeiten darf, kann ich mich dieser enorm komplexen und zugleich so wichtigen Herausforderung stellen.

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